Ich kann doch nichts...

Hast du schon einmal von dem Begriff der „Selbstverzwergung“ gehört? Nein? Und doch wirst du sicherlich genügend Menschen kennen, die von sich selbst sagen: „Ich kann doch nichts…“ Nicht wahr? Wenn du selbst zu dieser Gruppe gehörst, dann bist du hier genau richtig. Und dann möchten wir jetzt dir – hier und jetzt – etwas versprechen: Am Ende dieser kleinen Reise, die du hier mit uns beginnst, wirst du nicht mehr sagen: „Ich kann doch nichts.“

Wenn du dich jetzt fragst, wie wir dir das so vollmundig versprechen können, du gleichzeitig jedoch mit der festen Meinung gerade auf uns triffst, dann schenke uns wenige Minuten für diese kleine Geschichte von Paul:

„Paul ist heute 16 Jahre alt. Als Paul zwei Jahre alt war, konnte er nicht Fahrrad fahren. Und es war im egal. Denn er wusste noch nicht, dass er es nicht kann. Weil er sich mit einer ganzen Menge an anderen Dingen beschäftigt hat. Krabbeln und Laufen lernen. Zum Beispiel. Oder sprechen. Im Alter von ungefähr dreieinhalb sieht er in seiner Wohnsiedlung immer wieder die großen Kinder mit ihren Fahrrädern herumfahren. Paul sieht: Fahrrad fahren ist cool – ihm ist aber bewusst, dass er das nicht kann. Vielleicht ärgert er sich sogar darüber. Mit fünf oder sechs Jahren dann, lernt der kleine Paul das Fahrradfahren und ist stolz wie Oskar. Er muss Oma, Opa, Tante und Onkel – ja allen davon erzählen. Er kann Fahrradfahren und ist sich dessen bewusst. Jetzt mit 16 Jahren kann er immer noch Fahrradfahren – denn Fahrradfahren verlernt man nie wieder. Wenn man ihn heute fragt, was er kann, zählt er Fahrradfahren sicherlich nicht dazu. Er kann es – es ist ihm aber nicht bewusst.“

Genau dieser letzte Aspekt von Pauls Geschichte ist es, was Entwicklungspsychologen „unbewusste Kompetenz“ nennen. Letztlich sind es Fähigkeiten, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeeignet haben, die wir schlichtweg als nicht mehr besonders, nicht mehr relevant wahrnehmen. Die aber in jedem Fall da sind. [Grafik folgt noch]

In beruflichen Veränderungssituationen, wenn es darum geht, den Arbeitsplatz und die Aufgabe zu wechseln oder auch wenn es darum geht, sich in internen Projektausschreibungen zu bewerben, gilt es, sich eben jener Fähigkeiten wieder bewusst zu werden. Und das kann man am besten, wenn man über Erfolge nachdenkt und diese im Hinterkopf hat. Erfolge – auch schon wieder so ein Thema…

Die eigenen Erfolge kennen

Wenn wir das Wort „Erfolg“ hören, denken wir meistens an die großen, herausragenden Erfolgsstorys. Aber fangen wir doch einmal klein an. Weißt du, was die Definition des Wortes „Erfolg“ laut dem Duden ist? Wir verraten es dir:

ERFOLG = „positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung“

Lasse das bitte einmal einen Moment auf dich wirken. Vielleicht fällt es dir leicht, eigene Erfolge zu erkennen. Wenn du aber bei unserem Einstiegsthema „Ich kann doch nichts“ genickt hast, wird es dir so ähnlich gehen, wie vielen Menschen, denen wir tagtäglich begegnen.

Ich bin mir sicher, dass du einer solchen Definition nun doch Erfolge vor Augen hast. Situationen und Aufgaben, die du erfolgreich bewältigt hast – ganz egal in welchem Beruf, oder wo auf der Karriereleiter du dich befindest. Vor allem dann, wenn du auch einmal über den Tellerrand der beruflichen Erfolge hinausschaust. Das klassische Beispiel: Wer schon einmal eine Hochzeit organisiert hat, hat ein Mammut-Projekt gestemmt und dort viele Fähigkeiten beweisen müssen. Wenn es um Festivitäten geht, um Themen, die du als Ehrenamtler tust oder wenn es darum geht, Familienangehörige längerfristig zu betreuen und zu pflegen. Überall hier können unbewusste Fähigkeiten, Erfolgsgeschichten und damit auch Anknüpfungspunkte für eine erfolgreiche berufliche Veränderung gefunden werden.

Das Stärken der Stärken ist wichtiger, als sich ausschließlich auf die Schwächen zu konzentrieren

Eingangs habe ich den Begriff „Selbstverzwergung“ ins Spiel gebracht. Ein Begriff, der beschreiben soll, wie sich Menschen häufig im Zusammenhang mit Bewerbungssituationen jeglicher Art, positionieren. In Deutschland pflegen wir eine Kultur, in der wir im Alltag doch häufig eher auf unsere Schwächen, Entwicklungsfelder und Fehler fokussiert sind – uns manchmal regelrecht daran festbeißen. Das beginnt schon in der Schule, wo in Klassenarbeiten allzu häufig auf die fünf Fehler hingewiesen wird, statt auf die 95 Dinge, die wir richtig gemacht haben. Es geht nicht darum zu erkennen, ob ich einen „Entwicklungsfortschritt“ gemacht habe, sondern darum, was ich falsch gemacht habe. Das setzt sich aber auch in Karriereverlauf weiter durch. Unternehmer, die sich zum Beispiel mit einem Startup am Markt nicht durchsetzen können, gelten als gescheitert. In Amerika feiert man jedes Scheitern als Lernerfahrung. Korrektheit, „Null-Fehler“-Kultur und das Streben nach Perfektion liegt unserer Gesellschaft im Blut und gilt als Tugend. Daran wollen wir gar nicht rütteln – dennoch würde uns eine Portion berechtigtes Selbstbewusstsein durchaus guttun. Denn schon Dr. Eckard von Hirschhausen wies daraufhin, dass das Stärken der Stärken soviel sinnvoller ist, als sich ausschließlich auf die Schwächen zu konzentrieren. Ein gewisser Fokus auf Entwicklungsfelder und Fehler ist gut und wichtig, denn so lernen wir, entwickeln uns weiter.

Aber deshalb sollten die Erfolge und Stärken nicht in Vergessenheit geraten. Wie häufig kommt es vor, dass du dich gedanklich mit deinen Fehlern und Schwächen beschäftigst? Und wie oft, setzt du dich im Vergleich dazu, in Ruhe mit deinen Erfolgen auseinander? Damit was du wirklich gut kannst und was dir Freude bereitet? Dich stolz macht? Wo dir etwas gut gelungen ist?

Stimmt es, dass du dich mit deinen Freunden und Kollegen viel häufiger darüber austauschst, was nicht so gut gelaufen ist, als darüber was du selbst Großartiges geleistet hast? Oder um in der Definition des Duden zu bleiben: Was dir gut gelungen ist? Sprichst du deine eigenen Erfolge an und berichtest darüber? Wenn du weiterhin das Gefühl hast, dass du keine Erfolge hast, dann wollen wir dir jetzt helfen, dich systematisch mit deinen Erfolgen und dann schließlich mit deinen Fähigkeiten auseinander zu setzen.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ansätze:

  • Blick in die eigene Vergangenheit
  • Fokus auf die Gegenwart

Mit dem Fokus auf die Gegenwart kannst du heute anfangen. In dem du für dich ein Erfolgstagebuch führst. Hierzu werden wir dir schon bald detaillierte Informationen zur Verfügung stellen können.

Den Blick in die Vergangenheit wollen wir dir ein bisschen näher erläutern:

Wenn du zurückschaust auf die letzten drei bis fünf Jahre: Welche positiven Erlebnisse gab es da für dich? Schreibe dir diese auf. Ein entsprechendes Arbeitsblatt kannst du dir hier kostenfrei herunterladen. [gegen E-Mailadresse]

Und nun überlege dir, bei welchen dieser positiven Erlebnisse

  • Du aktiv gehandelt hast
  • Dir deine Handlung gut gelungen ist
  • Du gerne aktiv gewesen bist

Wenn du an dem Punkt angekommen bist, steht dir nun unsere youdo-App zur Verfügung: Nutze sie. Blicke auf deine Positivliste und gehe nun unsere Selbstreflexionskurse zu Fähigkeiten, Interessen und persönlichen Eigenschaften durch. Glaub mir, du wirst erstaunt sein, welches Bild sich dir erschließt. Von „Ich kann doch nichts“ wird dann sicherlich keine Rede mehr sein. Wenn doch, melde dich gerne bei uns.

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