Gertrud: „Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein.“

Foto_GertrudZeller
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest

Im März 1997, vor genau 22 Jahren erlebte Gertrud Zeller-Kolb einen entscheidenden Moment, als ein Bekannter ihr unmissverständlich folgende Botschaft mitgab: „Ich kann es einfach nicht mehr hören. Wenn du dich wirklich verändern willst, dann mach es.“ Und das tat sie dann. Sie machte sich selbstständig als Coach. Von heute auf morgen. Sie erlaubte es sich, ihren Traum in die Tat umzusetzen.

Selbstständig als Coach? Der Gedanke an ein eigenes Business wuchs

Gertrud wusste schon länger, was sie wirklich gerne macht. Bereits im Jahr 1985 fing sie, durch eine eher zufällige Begebenheit damit an, EDV-Seminare zu geben. Denn damit kannte sie sich gut aus. Zunächst nebenbei. So konnte die damals alleinerziehende Mutter Geld dazu verdienen. Das blieb ein Modell auf Dauer, auch als sie rund zehn Jahre später als Geschäftsleitungsassistenz ein gutes Einkommen hatte. Die Arbeit als Trainerin bereitete ihr große Freude und motivierte sie immer wieder aufs Neue. Der Gedanke sich damit selbstständig zu machen, wuchs. Immer wieder sprach sie mit ihren Freunden und Bekannten darüber, „wie schön es doch wäre, wenn man das machen könnte“. Heute beschreibt Gertrud sich selbst zu dieser Zeit als den „totalen Konjunktiv-Typen“. Bis zum entscheidenden Anstoß im März 1997, bei einem dieser Gespräche, in denen sie davon schwärmte, sich als Trainerin selbstständig zu machen. Es folgte der Impuls, den ich bereits eingangs erwähnte. Der Impuls, der ihr Leben veränderte. „Ich kann es einfach nicht mehr hören. Wenn du es willst, dann mach es“. Und sie machte es. Noch in derselben Nacht entwickelte Gertrud Zeller-Kolb ein Konzept für ein Persönlichkeitstraining für Frauen. Ein Thema, das ihr am Herzen liegt. Sie entwarf einen Flyer, den sie um 7 Uhr morgens nach einer schlaflosen Nacht ausdruckte. Schlaflos, aber trotzdem voller Energie. Und in diesem Moment wurde es ihr bewusst: „Das ist genau mein Ding“.

Eine Nacht, nach der alles anders war

Als Gertrud in der Frühe ins Büro ging, entschied sie sich gleich dazu, mit ihrem Chef zu sprechen. Ohne weitere Umschweife teilte sie ihm mit, dass sie sich in zwei Jahren, nach dem Abitur ihrer Tochter, selbstständig machen werde. So hatten beide die Möglichkeit, sich auf die Veränderung gut vorzubereiten. Außerdem teilte sie – ebenfalls noch am selben Tag – den Flyer mit ihrem Gesprächspartner vom Vortag. Gertrud war voll und ganz in ihrem Element. Und ihr „Kritiker“ am Vorabend, der ihr den entscheidenden Impuls verpasste, war begeistert. Der Startschuss war gefallen, sodass kurz darauf die ersten gemeinsamen Seminare liefen. Ein Startschuss, der ihr vor allem eines brachte: Freiheit.

Not macht erfinderisch – denn es gibt immer einen Weg

Gertrud war voller Tatendrang und wollte von den besten Rednern Deutschlands lernen. Doch teure Seminare, wie die von Bodo Schäfer, Jörg Löhr und Alexander Christiani konnte sie sich nicht leisten. Aber davon hat sich die entscheidungsfreudige Trainerin nicht abhalten lassen. Was hat sie also gemacht? Gertrud rief bei der Birkenbihl-Akademie an und schilderte ihr Problem.  Sie haben gemeinsam einen Weg gefunden. Welchen? Sie arbeitete im Rahmen der Seminarveranstaltungen am Bücherstand und durfte dafür im Gegenzug an den Seminaren teilnehmen. „Es gibt immer einen Weg“, berichtet Gertrud überzeugt. Über einen der Kontakte, den sie im Rahmen dieser Seminare knüpfte, bekam sie später den ersten großen Auftrag für ein PowerPoint-Seminar. „Und es ging fürchterlich schief“. Sie erkannte, dass sie zu dem Zeitpunkt einige Aspekte unterschätzt hat.

Zweifel kamen nur kurz auf

Nach diesem Erlebnis stellte Gertrud sich ernsthaft die Frage, ob sie zurück zu ihrem Chef gehen solle, der sie gerne zurückgehabt hätte.  Doch sie riss sich zusammen und beschloss, noch nicht aufgeben zu wollen. Gertrud entschied sich dazu, mit einem Coach zu sprechen und ihm ihre Geschichte zu erzählen. Sie erinnert sich noch genau an seine Worte: „Ich muss Sie kennenlernen, Sie sind so mutig!“. Ebendieser Coach übergab ihr im weiteren Verlauf einen großen Kunden, für den sie wiederum ein PowerPoint-Seminar gab. Und es ging bergauf. Ab dem Jahr 2001 lief es dann richtig gut, beschreibt Gertrud.  Die DISG-Trainerin begann zunächst über verschiedene Seminaranbieter, wie die Haufe-Akademie, den Verlag Dashöfer und dem Forum Institut, ihre Seminare anzubieten. Dann folgten auch eigene Kunden. Die Anfragen wurden immer mehr. Im Jahr 2004 gründete sie dann gemeinsam mit zwei Kollegen ihre eigene Firma „DieSeminarschneider“. Gertrud Zeller-Kolb erinnert sich, dass die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen ihr viel Stärke und Sicherheit gegeben hat. Ein weiterer Karriereschub für die selbstständige Trainerin. Das Geschäft wächst immer weiter. Mittlerweile erhält Gertrud so viele Anfragen, dass sie einige davon ablehnen muss.

Kurz vor der Rente noch einmal verändern? Warum nicht!

Eine Geschichte mit vielen Momenten, die Mut erfordern – eine große Menge Mut. Und was soll ich sagen. Die Geschichte ist noch nicht vorbei. Denn heute steht Gertrud Zeller-Kolb mit 61 Jahren inmitten einer weiteren beruflichen Neuorientierung. Sie hat im Februar die Ausbildung zur Trau- und Trauerrednerin bei der IHK absolviert. Gertrud möchte sich langsam aus dem Seminargeschäft zurückziehen. Bis 2020 ist sie noch sehr gut gebucht, danach will sie sich immer mehr ihrer neuen Aufgabe widmen. Eine Entscheidung, auf die nicht jeder mit Verständnis reagiert. Reaktionen wie „Das könnte ich nie. Warum machst du das? Du gehst doch bald in Rente?“, waren keine Seltenheit. Doch sie ist sich treu geblieben. Gertrud betont, wie wichtig es ist, bei sich zu bleiben – auf sich zu hören. Sie erfindet sich immer wieder neu. Und hat Spaß daran. Natürlich denke sie darüber nach, wenn jemand der ihr wichtig ist, etwas zu ihren Entscheidungen sagt. „Aber man darf sich nicht von seinem Weg abbringen lassen.“ Und das hat sie nicht. Sie habe noch nie über die Rente nachgedacht, denn sie arbeite gerne. „Wenn man fröhlich, mit Freude zur Arbeit geht, dann ist man genau da, wo man sein will“. Man merkt es ihr an – sie ist es. Sie ist in ihrem Element.

„Einfach machen – just do it!“

Mut und Freiheit. Zwei Worte, die während unseres Gesprächs immer wieder fallen. Man merkt, was für eine große Bedeutung diesen beiden Dingen in Gertruds Geschichte zukommt. Und zusätzlich Entscheidungsfreude. Drei Komponenten, die sie leiten. Auch in schwierigeren Zeiten. Auf ihrem Weg zur beruflichen Zufriedenheit. Mehr als einmal. Um es in Gertrud Zeller-Kolbs Worten zu sagen. „Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein. Einfach machen. Just do it.”

Ich hoffe, diese Geschichte inspiriert euch ebenso, wie sie mich inspiriert hat. Wie Gertruds Weg zeigt, ist der Austausch mit anderen ein sehr wertvolles Gut. Also, lasst gerne einen Kommentar da und erzählt uns von euren Geschichten und Erfahrungen aus dem Berufsleben.

Eure Jana

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicke auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.